Frauen als Grafikdesigner

Die Mehrheit der Grafikdesigner sind Männer. Und das vor allem in Deutschland. Frauen fristen in diesem Genre noch immer ein Schattendasein. Mithilfe von Initiativen und Netzwerken will man diesem Umstand nun begegnen.

Frauen in der Kunst

Sucht man nach Namen deutscher Grafikdesignerinnen in Deutschland, so fallen nur wenige Frauen auf, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Julia Kahl ist eine von ihnen. Sie studierte in Karlsruhe Design und gründete später mit Lars Harmsen den Verlag „Slantes Publishers“, in dem auch die Printzeitschrift „Slanted“ veröffentlicht wird. In dieser Publikation findet man immer wieder Hinweise auf Veranstaltungen, die sich in der Grafikszene abspielen. Julia Kahl hat sich aber inzwischen vor allem auf die Redaktion und auf beratende Tätigkeiten spezialisiert.

Eigene Plattform für Frauen als Gestalterinnen

Mittlerweile gibt es auch im Internet eine eigene Plattform, die sich mit dem Thema Frauen im Grafikdesign beschäftigt. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von den drei Gestalterinnen Silvia Baum, Claudia Sheer und Lea Sievertsen. Im Zuge ihrer Masterarbeit haben die drei Damen „notamuse“ erschaffen. Diese Internetplattform stellt Frauen im Bereich des Grafikdesigns in Form von Interviews und Porträts dar.

Zudem veröffentlichte man kürzlich das Buch „Notamuse – A New Perspective On Women Graphic Designers In Europe“. Darin werden insgesamt 53 Frauen aus der Grafikbranche vorgestellt. Natürlich stehen dabei auch die jeweiligen Projekte im Vordergrund.

Die meisten Grafikdesignerinnen arbeiten als Freelancer. Die Bezahlung in dieser Branche ist relativ schlecht. Dennoch verbindet modernes Grafikdesign Kunst, Kultur und moderne Technik miteinander. Viele Designerinnen spezialisieren sich im Laufe ihrer Karriere auf ein bestimmtes Genre. So zum Beispiel die Hamburger Grafikdesignerin Lisa Tegtmaier. Sie arbeitet seit dem Abschluss ihres Studiums als Illustratorin.

Gerade die Grafikbranche wird aber nach wie vor von Männern dominiert. Das liegt wahrscheinlich auch an den gesellschaftspolitischen Strukturen, die in vielen Ländern der Welt vorherrschend sind. Männer besetzen nach wie vor hauptsächlich Führungspositionen in Wirtschaft und Politik.